Wie breit Fahrstreifen, Trottoir und Velostreifen sind, wie die Breite einer Strasse entsteht und welche kantonalen Normalien gelten – mit Links zu den Originaldokumenten.
Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Gemeint ist immer der Schnitt quer zur Fahrtrichtung – der Unterschied liegt darin, ob es um einen Strassentyp oder um eine bestimmte Stelle geht.
Die Breite eines Fahrstreifens setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: der Grundabmessung des Fahrzeugs, einem seitlichen Bewegungsspielraum, der mit dem Tempo wächst, seitlichen Sicherheitszuschlägen und einem Zuschlag zum Gegen- bzw. Nachbarverkehr. So beschreibt es zum Beispiel auch die ASTRA-Richtlinie 11001 für die Nationalstrassen.
Die Schweizer Norm dazu, VSS 40 201 «Geometrisches Normalprofil», wurde im Oktober 1992 genehmigt; seit 2019 gilt sie mit neuer Nummer, inhaltlich unverändert. Der Forschungsbericht 1317 der ETH Zürich (2010) hat das geometrische Normalprofil für alle Fahrzeugtypen neu untersucht.
Kantone legen deshalb eigene Normalprofile fest. Für Kantonsprojekte sind sie in der Regel massgebend, für Gemeindestrassen meist eine Empfehlung – der Kanton Freiburg schreibt etwa, die Anwendung seiner Richtlinie sei für Gemeindestrassen «erwünscht».
Quellen: ASTRA-Richtlinien · OST, Normen Fuss- und Veloverkehr · ETH-Forschungsbericht 1317 · Kanton Freiburg, Richtlinie 597
Der Begegnungsfall legt fest, welche Fahrzeuge sich auf der Fahrbahn kreuzen sollen: zwei Personenwagen (PW/PW), Lastwagen und Personenwagen (LW/PW), zwei Lastwagen (LW/LW) oder ein Fahrzeug und ein Velo. Je grösser die Fahrzeuge und je höher das Tempo, desto breiter die Fahrbahn. Ein Beispiel aus den Normalien des Kantons Schwyz für Kantonsstrassen:
| Situation | Aufteilung | Fahrbahn |
|---|---|---|
| Innerorts, Mischverkehr (LW/LW) | 2 × 3,25 m | 6,50 m |
| Innerorts, Kernfahrbahn (PW/PW) | Radstreifen 1,25 + Kern 5,00 + Radstreifen 1,25 m | 7,50 m |
| Innerorts, mit Mehrzweckstreifen | 3,25 + 2,00 + 3,25 m | 8,50 m |
| Innerorts, mit Radstreifen (LW/LW) | 1,50 + 3,25 + 3,25 + 1,50 m | 9,50 m |
| Ausserorts, ohne Radstreifen (LW/LW) | 2 × 3,50 m | 7,00 m |
| Ausserorts, mit Radstreifen (LW/LW) | 1,50 + 3,50 + 3,50 + 1,50 m | 10,00 m |
| Bergstrasse (PW/PW) | 2 × 3,00 m | 6,00 m |
Quelle: Kanton Schwyz, Tiefbauamt, Normalie D 2.01 «Massgebende Begegnungsfälle und Normquerschnitte», Version 1.2 vom 1.2.2025. Dort ist für das Trottoir innerorts und ausserorts eine Normalbreite von 2,00 m festgelegt.
Begegnungsfall im Profilplaner prüfen →Die Werte unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Die Tabelle zeigt, was die verlinkten Dokumente für Kantons- und Nationalstrassen festlegen.
| Element | Breite | Quelle |
|---|---|---|
| Fahrstreifen innerorts | 3,25 m | Kanton Schwyz, D 2.01 (LW/LW) |
| Fahrstreifen ausserorts | 3,50 m | Kanton Schwyz, D 2.01; Kanton Freiburg, 597 (prior. Achse) |
| Fahrstreifen, sekundäre Achse | 3,00 m | Kanton Freiburg, 597 |
| Fahrstreifen Nationalstrasse 1./2. Klasse | 3,75 m | ASTRA 11001 (Standardbreite) |
| Trottoir | 1,65–2,00 m | Kanton Freiburg, 597 (1,65); Kanton Schwyz, D 2.01 (2,00) |
| Radstreifen | 1,20–1,50 m | Kanton Freiburg, 597 (1,20); Kanton Schwyz, D 2.01 (1,50) |
| Kernfahrbahn (zwischen den Radstreifen) | 5,00 m | Kanton Schwyz, D 2.01 (mit Radstreifen je 1,25 m) |
| Mehrzweckstreifen | 2,00 m | Kanton Schwyz, D 2.01 |
| Bankett ausserorts | 1,00–1,50 m | Kanton Freiburg, 597 |
Neuere Velostandards gehen teils darüber hinaus: Gemäss einem Webinar der Velokonferenz Schweiz (2025) sieht die neue VSS-Norm zum Veloverkehr je nach Netz breitere Radstreifen vor, und der Kanton Zürich hat 2023 eigene Standards für den Veloverkehr festgelegt. Der Kanton Freiburg verlangt zudem für eine Mittellinie mindestens 5,50 m Belagsbreite und für Randlinien ausserorts mindestens 6,40 m.
Die Freiburger Werte gelten ausdrücklich für gerade Strecken; Kurvenverbreiterungen kommen fallweise dazu. Massgebend sind die aktuellen Vorgaben des Kantons bzw. der Gemeinde.
Quellen: Kanton Schwyz, D 2.01 (2025) · Kanton Freiburg, Richtlinie 597 (2013) · ASTRA 11001 (2022) · Velokonferenz Schweiz, VSS-Norm Veloverkehr (2025) · Kanton Zürich, Velostandards
Breiten im Profilplaner zusammenstellen →Eine Auswahl öffentlich zugänglicher Dokumente zu Normalprofilen und Strassenquerschnitten:
Im Profilplaner sind die Normalprofile der Kantone Schwyz und Freiburg als Vorlage hinterlegt – mit Quelle, Stand und Geltungsbereich.
Kantonales Normalprofil laden →Signale stehen neben der Fahrbahn – auf dem Trottoir, im Grünstreifen oder im Bankett. Den seitlichen Abstand zwischen Signal und Fahrbahnrand regelt die Signalisationsverordnung (SSV, SR 741.21) in Art. 103. Wird ein Querschnitt umgebaut, etwa ein Trottoir verschmälert oder ein Radstreifen ergänzt, ändert sich auch dieser Abstand.
Den Bestand an Signalen einer Gemeinde mit Standort, Foto und Zustand erfasst SignalCare.
In den Normalien der Kantone Schwyz und Freiburg 3,00 bis 3,50 m, je nach Begegnungsfall, Tempo und Strassentyp. Der Kanton Schwyz rechnet innerorts mit 3,25 m und ausserorts mit 3,50 m pro Fahrstreifen, der Kanton Freiburg mit 3,00 m auf sekundären und 3,50 m auf prioritären Achsen. Auf zweistreifigen Fahrbahnen von Nationalstrassen 1. und 2. Klasse gilt 3,75 m als Standardbreite.
Das hängt vom Kanton und vom Fussverkehr ab. Der Kanton Schwyz setzt 2,00 m als Normalbreite, der Kanton Freiburg 1,65 m. Massgebend sind die Vorgaben des Kantons bzw. der Gemeinde und das Fussverkehrsaufkommen vor Ort.
Der Begegnungsfall legt fest, welche Fahrzeuge sich auf der Fahrbahn kreuzen sollen, zum Beispiel zwei Personenwagen (PW/PW) oder zwei Lastwagen (LW/LW). Daraus und aus dem Tempo ergibt sich die nötige Fahrbahnbreite.
Eine Fahrbahn ohne Mittellinie mit Radstreifen auf beiden Seiten. Die Fahrbahn dazwischen ist schmaler, als zwei sich kreuzende Motorfahrzeuge brauchen; beim Kreuzen weichen sie kurz auf den Radstreifen aus, wenn dieser frei ist. Der Kanton Schwyz sieht dafür 5,00 m Kernfahrbahn und je 1,25 m Radstreifen vor.
Das Normalprofil ist die Vorlage für einen Strassentyp, zum Beispiel «Kantonsstrasse innerorts mit Radstreifen». Das Querprofil zeigt den Querschnitt an einer bestimmten Stelle, mit den dort tatsächlich verfügbaren Breiten.
Ja, zum Beispiel mit dem SignalCare Profilplaner. Er ist gratis und ohne Anmeldung nutzbar, rechnet die Breiten mit, lädt kantonale Normalprofile und exportiert das Querprofil als Bild.
Der SignalCare™ Profilplaner rechnet die Breiten mit, lädt kantonale Normalprofile und prüft jede Änderung. Gratis und ohne Anmeldung.
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